Der Schwur im Pfirsichgarten: Bruderschaft in Drei Reiche

Der Schwur im Pfirsichgarten ist ein zentraler Moment in Luo Guanzhongs epischem Roman Die Geschichte der Drei Reiche. Dieser Schwur, geleistet von Liu Bei, Guan Yu und Zhang Fei, festigt ihre Bruderschaft und bereitet die Bühne für ihre heldenhaften Taten während einer turbulenten Periode der chinesischen Geschichte. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung des Schwurs und untersucht seinen historischen Kontext, seinen literarischen Einfluss und seine anhaltende kulturelle Relevanz.

Der Kontext des Schwurs

Die späte Östliche Han-Dynastie, geprägt von Korruption und Unruhen, bildete den Hintergrund für die Entstehung dieser legendären Bruderschaft. Liu Bei, ein Nachkomme der kaiserlichen Familie Han, verspürte eine tiefe Verantwortung, Ordnung und Rechtschaffenheit im Land wiederherzustellen. Er traf auf Guan Yu und Zhang Fei, zwei Männer von außergewöhnlicher Stärke und unerschütterlicher Loyalität, und gemeinsam erkannten sie ein gemeinsames Ziel. Der Pfirsichgarten, ein Ort natürlicher Schönheit und Ruhe, diente als perfekte Kulisse für ihren feierlichen Schwur.

Die Worte des Schwurs

Der Schwur selbst ist ein eindrucksvolles Zeugnis ihres Engagements füreinander und ihrer gemeinsamen Ideale. Der Originaltext, wie er in Die Geschichte der Drei Reiche dargestellt wird, ist reich an Symbolik und Emotion:

„Wir, Liu Bei, Guan Yu und Zhang Fei, obgleich unterschiedlichen Geschlechtsnamens, verbinden uns nun zu Brüdern, damit wir mit einem Herzen und vereinter Kraft die Schwierigkeiten [des anderen] bewältigen, [einander] in Gefahr beistehen, den Staat darüber beschützen und das gemeine Volk darunter verteidigen mögen; wir fragen nicht nach dem gleichen Jahr, Monat und Tag der Geburt, sondern wünschen, im gleichen Jahr, Monat und am gleichen Tag zu sterben. Mögen der Himmlische Kaiser und die Irdische Gemahlin unsere Herzen prüfen; und wenn wir Rechtschaffenheit missachten oder Güte vergessen, mögen Himmel und Mensch uns beide niederstrecken.“

Dieser Schwur hebt mehrere Kernthemen hervor:

Einheit und Loyalität

Der Ausdruck ‚ein Herz und vereinte Kraft‘ betont die Wichtigkeit ihrer Verbindung. Sie geloben, alle Herausforderungen gemeinsam zu meistern und einander unerschütterliche Unterstützung zu bieten. Diese unerschütterliche Loyalität wird zu einem prägenden Merkmal ihrer Beziehung während des gesamten Romans.

Pflicht und Rechtschaffenheit

Ihr Engagement, ‚den Staat darüber zu beschützen und das gemeine Volk darunter zu verteidigen‘, unterstreicht ihre Hingabe an die Wiederherstellung von Ordnung und Gerechtigkeit. Sie stellen die Bedürfnisse des Volkes und der Nation über ihre eigenen und zeigen so ihren tiefen Sinn für Rechtschaffenheit.

Bruderschaft jenseits der Blutsbande

Der Schwur überschreitet die Grenzen der Blutsverwandtschaft. Obwohl nicht blutsverwandt, wählen sie, Brüder zu werden, und demonstrieren so, dass wahre Verwandtschaft durch gemeinsame Werte und gegenseitigen Respekt geschmiedet wird. Dieses Konzept der gewählten Familie findet tiefe Resonanz in der chinesischen Kultur.

Leben und Sterben gemeinsam

Der Wunsch, ‚im gleichen Jahr, Monat und am gleichen Tag zu sterben‘, symbolisiert die Tiefe ihres Engagements. Sie sind bereit, Leben und Tod gemeinsam zu begegnen und festigen so ihre unzerbrechliche Bindung weiter.

Das Erbe des Schwurs

Der Schwur im Pfirsichgarten ist zu einem Eckpfeiler der chinesischen Literatur und Kultur geworden. Er verkörpert Ideale der Bruderschaft, Loyalität und Rechtschaffenheit, die Generationen weiterhin inspirieren. Der Schwur ist zum Synonym für geschworene Bruderschaft geworden und wird häufig in der Popkultur referenziert.

Fazit

Der Schwur im Pfirsichgarten ist mehr als nur eine historische Anekdote; er ist ein starkes Symbol für die anhaltende Kraft menschlicher Verbindung und das Streben nach edlen Idealen. Er erinnert uns daran, dass wahre Bruderschaft Blutsbande überwinden kann und dass Einheit, Loyalität und Rechtschaffenheit Werte sind, für die es sich zu kämpfen lohnt. Die anhaltende Relevanz des Schwurs in der Neuzeit spricht für die zeitlose Kraft dieser universellen Themen.