Karfreitag ist für Christen weltweit ein Tag tiefer Besinnung und des Gedenkens an die Kreuzigung Jesu Christi. Gedichte bieten eine kraftvolle Möglichkeit, die emotionale und spirituelle Bedeutung dieses Tages zu ergründen. Dieser Artikel befasst sich mit einer Gedichtsreihe zum Karfreitag, inspiriert von den sieben letzten Worten Jesu am Kreuz. Die Gedichte, ergänzt durch Bibelstellen und künstlerische Bilder, bieten eine bewegende Auseinandersetzung mit Themen wie Vergebung, Opfer und unendlicher Liebe.
Contents
Das erste Wort: Vergebung
Lesung (aus Matthäus 27:27-37 und Lukas 23:33-34)
Die Evangelien schildern die brutale Szene der Kreuzigung Jesu. Soldaten verspotten, schlagen und nageln ihn schließlich ans Kreuz. Doch selbst in diesem Moment unvorstellbarer Schmerzen spricht Jesus seine ersten Worte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
(Gedicht inspiriert vom ersten Wort)
Wir irren blind, die Folgen uns verborgen, Ein achtloses Wort, ein Schmetterling unterm Schuh zerdrückt. Welch Sturm wir brauen, welch Zukunft wir zerstören, Unwissend, blind, in unserem sorglosen Tun.
Jesus, der dies weiß, die Schatten unserer Herzen, Umarmte das Kreuz, die stechenden, brutalen Pfeile. Vergebung floss, ein Strom, stark und tief, Über uns hinweg, während wir, unachtsam, schlafen.
Antwort aus Psalm 22: 3-5
Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. Unsere Väter hofften auf dich; sie hofften, und du halfst ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet; auf dich hofften sie und wurden nicht zuschanden.
Kreuzigungsszene von Elizabeth Frink
Das zweite Wort: Paradies
Lesung (aus Lukas 23:39-43)
Zwei Verbrecher werden neben Jesus gekreuzigt. Einer verspottet ihn, während der andere, der Jesu Unschuld erkennt, darum bittet, im Reich Jesu nicht vergessen zu werden. Jesus antwortet mit einem Versprechen des Paradieses.
Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
(Gedicht inspiriert vom zweiten Wort)
Selbst im Angesicht des Todes fand sein Blick das Licht, Zwei Seelen neben ihm, eine verloren in der Nacht. Die andere, Hoffnung suchend, einen Schimmer der Gnade, Fand das versprochene Paradies in Jesu liebevollem Gesicht.
Ein Wort des Friedens, inmitten der Dornen und Schmerzen, Eine Vision von Gärten, wo das Leben herrschen wird. Bei ihm zu sein, in dieser ewigen Umarmung, Ist das Paradies, gefunden in Gottes liebender Hand.
Antwort aus Psalm 22: 27-28
Aller Welt Enden werden daran denken und sich zum HERRN bekehren, und alle Geschlechter der Heiden werden anbeten vor dir. Denn des HERRN ist das Reich.
Das dritte Wort: Mutter und Sohn
Lesung (aus Johannes 19:25-27)
Jesus sieht seine Mutter und seinen geliebten Jünger Johannes und vertraut sie einander an. Dieser zärtliche Moment unterstreicht die Bedeutung menschlicher Verbundenheit und Liebe inmitten des Leidens.
Frau, siehe, dein Sohn! Siehe, deine Mutter!
(Gedicht inspiriert vom dritten Wort)
Das Herz seiner Mutter, durchbohrt von einem schärferen Schwert, Als jeder römische Speer, jedes spöttische Wort. Doch selbst in der Qual fand die Liebe ihren Weg, Die Sorge eines Sohnes, an diesem dunkelsten Tag.
Ein neues Band, geschmiedet in geteiltem Leid und Schmerz, Die Liebe einer Mutter, die sanfte Herrschaft eines Jüngers. Seht einander, in der Umarmung der Trauer, Und begleitet einander nach Hause, mit Liebe und Gnade.
Antwort aus Psalm 22: 9-11
Du aber hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du bist meine Zuversicht von meiner Mutter Brüsten an. Auf dich bin ich geworfen von Mutterleibe an; du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.
Das vierte Wort: Verlassenheit
Lesung (aus Matthäus 27:45-46)
Als Dunkelheit über das Land hereinbricht, schreit Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Dieser schmerzerfüllte Ausdruck der Verzweiflung spiegelt die menschliche Erfahrung des Verlassenseins und der Einsamkeit wider.
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
(Gedicht inspiriert vom vierten Wort)
Verlassen, schrie er, in der tiefen Dunkelheit, Ein Schrei der Angst, als die Welt weinte. Die Last der Sünde, die Bürde, die er trug, Getrennt von Gott, den er anbetete.
Doch selbst in dieser Trostlosigkeit finden wir, Einen Schimmer der Hoffnung, für die ganze Menschheit. Denn in seiner Dunkelheit umarmte er unsere Dunkelheit, Und zeigte uns den Weg zu Gottes liebender Gnade.
Antwort aus Psalm 22: 11, 14
Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.
Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs.
Das fünfte Wort: Durst
Lesung (aus Johannes 19:28)
Jesu einfache Aussage „Mich dürstet“ spricht von seinem körperlichen Leiden und spielt auch auf einen tieferen spirituellen Durst nach Verbindung mit Gott und der Menschheit an.
Mich dürstet.
(Gedicht inspiriert vom fünften Wort)
Eine ausgedörrte Kehle, ein von Schmerzen geplagter Körper, „Mich dürstet“, flüsterte er, in der trockenen Welt. Durst nach Wasser, um sein brennendes Bedürfnis zu stillen, Durst nach Gerechtigkeit, nach der sanften Saat der Liebe.
Er dürstete nach uns, nach unseren verlorenen Seelen, Um uns lebendiges Wasser anzubieten, um uns ganz zu machen. Mögen wir seinen Durst stillen, mit Taten der Liebe und Gnade, Und sein Bild widerspiegeln, an diesem heiligen Ort.
Antwort aus Psalm 22: 15
Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.
Das sechste Wort: Vollbracht
Lesung (aus Johannes 19:29-30)
Nachdem er Essig zu trinken bekommen hat, erklärt Jesus: „Es ist vollbracht.“ Dies bedeutet die Vollendung seiner irdischen Mission, sein Opfer für die Sünden der Menschheit.
Es ist vollbracht.
(Gedicht inspiriert vom sechsten Wort)
Das Werk vollbracht, das Opfer dargebracht, Die Schuld der Sünde, vollständig beglichen. „Es ist vollbracht“, hauchte er, sein letzter Seufzer, Ein Sieg errungen, als Dunkelheit den Himmel erfüllte.
Der Vorhang zerrissen, die Barriere beseitigt, Ein neuer Bund geschmiedet, durch Gnade verbessert. Seine irdische Reise, nun an ihrem Ende, Das Versprechen des ewigen Lebens, das er gegeben hat.
Antwort aus Psalm 22: 24
Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend des Armen und sein Angesicht nicht vor ihm verborgen; und da er zu ihm schrie, hörte er’s.
Das siebte Wort: Hingabe
Lesung (aus Lukas 23:44-49)
Jesu letzte Worte: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“ zeigen seinen unerschütterlichen Glauben und sein Vertrauen in Gott, selbst im Angesicht des Todes.
Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.
(Gedicht inspiriert vom siebten Wort)
Dunkelheit senkt sich herab, die Erde bebt und stöhnt, Als Jesus seinen Geist in Gottes liebende Hände übergibt. Ein letzter Akt der Hingabe, ein ausgehauchter Atem, In den Händen des Vaters fand er seinen Frieden.
Der Vorhang des Tempels zerrissen, ein tiefgründiges Symbol, Zugang gewährt für alle, auf heiligem Boden. Er lehrte uns zu sterben, mit Gnade und Vertrauen, Und durch seinen Tod erstehen wir aus dem irdischen Staub.
Antwort aus Psalm 22: 26
Die Elenden sollen essen und satt werden; die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen. Euer Herz soll ewiglich leben!
Diese sieben letzten Worte und die Gedichte, die sie inspirieren, bieten eine tiefgründige Meditation für den Karfreitag. Sie laden uns ein, über die Tiefe von Jesu Opfer, die Kraft der Vergebung und das beständige Versprechen des ewigen Lebens nachzudenken. Sie sind ein Beweis für die unerschütterliche Kraft des Glaubens und der Hoffnung, selbst im Angesicht von Tod und Verzweiflung.






