Petrarcas Sonett: Aufbau, Beispiele & die italienische Form

Das Petrarcas Sonett, auch bekannt als italienisches Sonett, gilt als Eckpfeiler der poetischen Tradition. Während die Ursprünge der Sonettform auf den sizilianischen Dichter Giacomo da Lentini im 13. Jahrhundert zurückgehen, war es Francesco Petrarca, bekannt als Petrarca (1304-74), der das Sonett zu literarischer Bedeutung erhob. Dieser Artikel untersucht die bestimmenden Merkmale des Petrarcas Sonetts, betrachtet seine Struktur und zeigt illustrative Beispiele auf.

Struktur und Form des Petrarcas Sonetts

Die ausgeprägte Struktur des Petrarcas Sonetts besteht aus 14 Zeilen, die in zwei Teile unterteilt sind: einem achtzeiligen Oktav (Reimschema abbaabba) und einem sechszeiligen Sestett (verschiedene Reimschemata, wie cdecde oder cdcdcd). Ein entscheidendes Element ist die Volta, eine Wendung oder Verschiebung im Argument oder Fokus des Gedichts, die typischerweise zwischen dem Oktav und dem Sestett stattfindet. Diese Verschiebung ermöglicht eine nuancierte Erkundung von Themen, die oft von Problem zu Lösung, von Frage zu Antwort oder von Beobachtung zu Reflexion übergeht.

Beispiele für Petrarcas Sonette im Lauf der Jahrhunderte

Petrarcas Sonette, oft an seine idealisierte Liebe Laura gerichtet, etablierten Themen wie höfische Liebe, Sehnsucht und die unerreichbare Geliebte. Diese Tradition beeinflusste weiterhin Dichter über Jahrhunderte und Sprachen hinweg.

Petrarca: „O joyous, blossoming, ever-blessed flowers!“

Dieses typische Petrarcas Sonett veranschaulicht die Struktur und die thematischen Anliegen der Form. Das Oktav etabliert eine Umgebung, die von der Gegenwart der Geliebten durchdrungen ist, während das Sestett den Neid des Dichters auf die Natur aufgrund ihrer Nähe zu Laura offenbart.

O joyous, blossoming, ever-blessed flowers! ’Mid which my pensive queen her footstep sets; O plain, that hold’st her words for amulets And keep’st her footsteps in thy leafy bowers! O trees, with earliest green of springtime hours, And all spring’s pale and tender violets! O grove, so dark the proud sun only lets His blithe rays gild the outskirts of thy towers! O pleasant country-side! O limpid stream, That mirrorest her sweet face, her eyes so clear, And of their living light canst catch the beam! I envy thee her presence pure and dear. There is no rock so senseless but I deem It burns with passion that to mine is near.

Die Identität Lauras bleibt Gegenstand der Debatte und verwischt die Grenzen zwischen einer realen Person und einer symbolischen Darstellung idealisierter Liebe und poetischer Inspiration.

Sir Thomas Wyatt: „Whoso List to Hunt“

Wyatt’s Sonett, eines der frühesten Beispiele im Englischen, passt die Petrarcas Form an, während es persönliche Erfahrungen andeutet. Die Jagdbildsprache des Gedichts stellt allegorisch die Verfolgung einer Frau dar, die bereits einem anderen gehört, möglicherweise eine Anspielung auf Anne Boleyn und Heinrich VIII.

Sir Philip Sidney: Sonett 31 aus Astrophil and Stella

Sidneys Sonettzyklus Astrophil and Stella erkundet die Komplexität von Liebe und Begehren. Sonett 31, an den Mond gerichtet, spiegelt das traditionelle Thema der unerwiderten Liebe wider, möglicherweise mit einem Hauch von Selbstironie hinsichtlich der Klischeehaftigkeit des Topos.

Jenseits der höfischen Liebe: Erweiterung der thematischen Landschaft des Petrarcas Sonetts

Während Liebe ein zentrales Thema bleibt, hat sich das Petrarcas Sonett als anpassungsfähig für verschiedene Sujets erwiesen. Wordsworths „The World Is Too Much with Us“ kritisiert Materialismus und feiert die Natur, während Hopkins‘ „The Windhover“ religiöse und natürliche Bildsprache kombiniert. McKays „To Winter“ umarmt die Schönheit der Jahreszeit, und Millays „I, Being Born a Woman and Distressed“ bietet eine moderne Perspektive auf weibliches Begehren und Handlungsfähigkeit.

Das bleibende Erbe des Petrarcas Sonetts

Von Petrarcas Laura bis zu zeitgenössischen Ausdrücken, das Petrarcas Sonett spricht weiterhin Dichter und Leser an. Seine strukturierte Form bietet einen Rahmen für die Erkundung komplexer Emotionen und Ideen, während die Volta eine dynamische Verschiebung der Perspektive ermöglicht. Die vorgestellten Beispiele zeigen die Vielseitigkeit und die bleibende Kraft des italienischen Sonetts und demonstrieren seine Fähigkeit, die Nuancen menschlicher Erfahrung über Zeit und Kulturen hinweg einzufangen.