Das Petrarkische Sonett, auch bekannt als Italienisches Sonett, nimmt einen besonderen Platz in der Welt der Poesie ein. Obwohl Giacomo da Lentini die Erfindung im 13. Jahrhundert zugeschrieben wird, war es Francesco Petrarca, bekannt als Petrarch (1304-1374), der die Form zu literarischer Bedeutung erhob. Dieser Artikel wird die Struktur des Petrarkischen Sonetts erkunden und Beispiele von Meistern der Form aus verschiedenen Epochen vorstellen.
Contents
- Verständnis der Struktur des Petrarkischen Sonetts
- Beispiele Petrarkischer Sonette aus den Jahrhunderten
- Petrarch: „O joyous, blossoming, ever-blessed flowers!“
- Sir Thomas Wyatt: „Whoso List to Hunt“
- Sir Philip Sidney: Sonett 31 aus Astrophil and Stella
- William Wordsworth: „The World Is Too Much with Us“
- Gerard Manley Hopkins: „The Windhover“
- Das bleibende Erbe des Petrarkischen Sonetts
Illustration der Form eines Petrarkischen Sonetts
Verständnis der Struktur des Petrarkischen Sonetts
Die charakteristische Struktur des Petrarkischen Sonetts besteht aus vierzehn Zeilen, die in zwei Teile unterteilt sind: eine achtzeilige Oktav (Reimschema abbaabba) und ein sechszeiliges Sestett (verschiedene Reimschemata, wie cdecde oder cdcdcd). Ein entscheidendes Element ist die Volta, eine Wendung oder Verschiebung in der Argumentation oder dem Fokus des Gedichts, die typischerweise zwischen der Oktav und dem Sestett auftritt. Traditionell stellt die Oktav ein Problem, ein Thema oder eine Frage dar, während das Sestett eine Lösung, eine Reflexion oder eine Antwort bietet.
Beispiele Petrarkischer Sonette aus den Jahrhunderten
Das Petrarkische Sonett, obwohl ursprünglich aus Italien stammend, hat Dichter über Sprachen und Jahrhunderte hinweg angesprochen. Hier sind einige bemerkenswerte Beispiele:
Petrarch: „O joyous, blossoming, ever-blessed flowers!“
Dieses Sonett veranschaulicht Petrarchs Meisterschaft der Form, indem es Naturbilder verwendet, um seine Bewunderung für Laura, seine idealisierte Geliebte, auszudrücken. Die Oktav beschreibt die schöne Umgebung, in der Laura geht, während sich das Sestett dem Neid des Dichters auf die Natur zuwendet, wegen ihrer Nähe zu ihr.
Das Gedicht im Original:
O joyous, blossoming, ever-blessed flowers! ’Mid which my pensive queen her footstep sets;
O plain, that hold’st her words for amulets And keep’st her footsteps in thy leafy bowers!
O trees, with earliest green of springtime hours, And all spring’s pale and tender violets!
O grove, so dark the proud sun only lets His blithe rays gild the outskirts of thy towers!
O pleasant country-side! O limpid stream, That mirrorest her sweet face, her eyes so clear,
And of their living light canst catch the beam! I envy thee her presence pure and dear.
There is no rock so senseless but I deem It burns with passion that to mine is near.
Sir Thomas Wyatt: „Whoso List to Hunt“
Wyatt, einer der frühesten englischen Sonettschreiber, adaptierte die Petrarkische Form ins Englische. Es wird angenommen, dass „Whoso List to Hunt“ von seiner unerwiderten Liebe zu Anne Boleyn inspiriert wurde. Das Gedicht verwendet die Metapher einer Jagd, um das Streben nach einer unerreichbaren Frau darzustellen.
Sir Philip Sidney: Sonett 31 aus Astrophil and Stella
Sidneys Astrophil and Stella ist eine bedeutende Sonettsequenz in der englischen Literatur. In Sonett 31 wendet sich der Sprecher an den Mond und drückt seine Liebeskrankheit aus, ein häufiges Petrarkisches Thema.
William Wordsworth: „The World Is Too Much with Us“
Wordsworth, ein Romantiker, verwendete die Petrarkische Form, um sein Bedauern über die Entfremdung der Menschheit von der Natur auszudrücken. Das Sonett kritisiert auf eindringliche Weise den Materialismus und feiert die Schönheit der natürlichen Welt.
Gerard Manley Hopkins: „The Windhover“
Hopkins, bekannt für seinen einzigartigen poetischen Stil, schuf ein Petrarkisches Sonett, das sowohl die Schönheit eines Turmfalken als auch die Herrlichkeit Gottes feiert. Seine unverwechselbare Sprache und sein Sprung Rhythm verleihen dem Gedicht eine dynamische Energie.
Das bleibende Erbe des Petrarkischen Sonetts
Diese Beispiele zeigen die Vielseitigkeit und anhaltende Kraft des Petrarkischen Sonetts. Von Ausdrücken von Liebe und Verlust bis hin zu Reflexionen über Natur und Spiritualität hat die Form Dichtern einen Rahmen geboten, um eine breite Palette menschlicher Emotionen und Erfahrungen zu erkunden. Ihre strukturierte Schönheit und die inhärente Fähigkeit, komplexe Ideen auszudrücken, inspirieren Dichter auch heute noch.