Der Klassiker „A Visit from St. Nicholas“ von Clement Clarke Moore inspirierte unzählige Parodien. Diese aus dem Jahr 1988, ursprünglich im Tucson Citizen veröffentlicht, bietet eine humorvolle Interpretation des traditionellen Weihnachtsabends aus der Perspektive der Yuppie-Kultur der 80er Jahre. „A Visit from St. Nicholas, 1988“ persifliert gekonnt die materialistischen Wünsche und Konsumgewohnheiten dieser Zeit.
Konsumrausch am Heiligabend
Der Erzähler, ein selbstzufriedener Yuppie, beschreibt zu Beginn seine luxuriöse Umgebung: mauvefarbene Satinbettwäsche, eine antike Steppdecke und ein festlich geschmücktes Stadthaus. Schnell liegt der Fokus auf der Fülle an Geschenken, sorgfältig ausgewählt, um den wohlhabenden Lebensstil der Familie widerzuspiegeln. Ein Lockenstab, ein Festplattencomputer, Designerkleidung und sogar ein „Gutschein für eine Nasenkorrektur“ warten auf die Teenager-Tochter. Der jüngere Sohn darf sich auf Nintendo, ein Dirt Bike, einen Großbildfernseher und eine Vielzahl anderer elektronischer Geräte freuen.
Santas überraschender Besuch
Die Vorfreude steigt, als der Erzähler beschreibt, wie er blaue Maistortillachips, Salsa und australisches Bier für den Weihnachtsmann bereitstellt. Doch der erwartete Besuch nimmt eine humorvolle Wendung. Der Weihnachtsmann stellt bei seiner Ankunft fest, dass die Familie bereits alles auf ihrer Liste und mehr besitzt. Es gibt einfach nichts mehr, was er ihnen schenken könnte.
Diese unerwartete Wendung unterstreicht den satirischen Kern des Gedichts. Die Familie, so fokussiert auf materiellen Besitz, hat den wahren Geist von Weihnachten aus den Augen verloren. Der Weihnachtsmann hält keine Geschenke bereit, sondern einen sanften Tadel. Sein Schlitten ist für die „weniger Wohlhabenden“ beladen, ein starker Kontrast zum überfließenden Reichtum des Erzählers.
Eine „gouda“ Nacht
Das Gedicht endet mit dem Abschied des Weihnachtsmanns und einem letzten, wortspielerischen Abschiedsgruß: „Yuppie-Weihnachten für alle, und allen eine gouda Nacht!“ Dieses verspielte Ende verstärkt den satirischen Ton und hinterlässt beim Leser eine humorvolle Reflexion über die Exzesse des Konsumismus.
Diese „Weihnachts-Parodie“ bietet einen witzigen und aufschlussreichen Kommentar zur Kulturlandschaft der 1980er Jahre. Sie erinnert uns daran, dass die wahre Bedeutung von Weihnachten nicht im materiellen Besitz liegt, sondern im Geist des Gebens und Teilens. Das Gedicht dient als humorvolle Mahnung, die einfachen Freuden der Weihnachtszeit zu schätzen und an die weniger Glücklichen zu denken. Diese satirische Interpretation eines geliebten Klassikers findet auch heute noch Anklang und regt zum Nachdenken über unsere eigenen Konsumtendenzen und die Bedeutung eines sinnvollen Weihnachtsfestes an.