Das klassische Gedicht „‚Twas the Night Before Christmas“ von Clement Clarke Moore wurde unzählige Male neu interpretiert, um die sich wandelnden Zeiten und kulturellen Trends widerzuspiegeln. Eine besonders humorvolle Adaption, veröffentlicht im Tucson Citizen am 24. Dezember 1988 von John Jennings, bietet einen urkomischen Einblick in das Yuppie-Weihnachten der späten 80er Jahre. Diese „lustige ‚Twas the Night Before Xmas'“-Version satirisiert geschickt die materialistischen Wünsche und die Konsumkultur jener Zeit, indem Zuckerpflaumen durch Designerkleidung ersetzt werden und der Heilige Nikolaus durch einen verwirrten Weihnachtsmann, der mit einem bereits überquellenden Haus voller Geschenke konfrontiert wird.
Contents
Eine humorvolle Darstellung von Santa Claus, der in einem modernen, überladenen Wohnzimmer verwirrt aussieht.
Ein Yuppie-Heiligabend
Jennings‘ Gedicht beginnt damit, dass der Erzähler, bequem in seinem Bett mit mauvefarbenen Laken, über Oprahs neueste Diät liest. Das setzt sofort die Szene und führt uns in eine Welt des Luxus und der Selbstoptimierung ein – weit entfernt von den einfachen Freuden von Moores Original. Seine Frau, strahlend von Retin-A, schläft neben ihm, umgeben von den Insignien ihres wohlhabenden Lebensstils. Die Kinder, Geoffrey und Wendy, haben Schränke, die vor „geschmackvollen und trendigen Dingen“ platzen. Ihr Reihenhaus ist für die Feiertage geschmückt und prahlt mit einer 6 Meter hohen Fichte, die bis zur Kathedralendecke reicht und mit Südwest-Ornamenten „aus Old Santa Fe“ verziert ist.
Ein luxuriöses Wohnzimmer im 80er-Jahre-Stil mit einem großen Weihnachtsbaum voller teurer Geschenke.
Ein Katalog des Konsumismus
Anstelle von Milch und Keksen hat die Familie Blue Corn Chips, Salsa und australisches Bier für den Weihnachtsmann bereitgestellt – eine eindeutig 80er-Jahre-Variante des traditionellen Angebots. Die hoch unter dem Baum gestapelten Geschenke zeugen vom Konsumismus jener Zeit. Zu den Geschenken der fünfzehnjährigen Wendy gehören ein Kreppeisen, ein Computer mit Festplatte (ein hochmodernes Stück Technologie damals), Designerkleidung und sogar ein Gutschein für eine Nasenkorrektur. Geoffs Stapel des siebenjährigen Jungen prahlt mit einem Nintendo, einem Geländemotorrad, einem Großbildfernseher, einer Laserpistole, einem ferngesteuerten Auto, einem CD-Spieler und einer E-Gitarre.
Auch die Eltern wurden nicht vergessen. Die Frau erhält eine Haarbürste mit Knochenschnitzerei, ein Autotelefon für ihren BMW, diverse Küchengeräte, Ratgeberbücher und ein „sexy neues Kleid“. Der Erzähler hofft auf Golfschläger, eine Ledertasche und ein Faltkanu.
Ein Haufen von 80er-Jahre-Gadgets und Designerartikeln als Weihnachtsgeschenke.
Weihnachtsmanns Überraschung
Der Humor erreicht seinen Höhepunkt, als der Weihnachtsmann selbst ankommt, nur um festzustellen, dass er nichts mitzubringen hat. Die Familie hat bereits jedes erdenkliche Gadget erworben, was den Weihnachtsmann verblüfft zurücklässt. Er übermittelt seine besten Wünsche und erklärt, dass sein Schlitten mit Geschenken für die weniger Glücklichen beladen ist. Diese Begegnung verdeutlicht die Diskrepanz zwischen den Exzessen des Yuppie-Lebensstils und den Bedürfnissen anderer und fügt der komödiantischen Erzählung einen Hauch von Sozialkritik hinzu.
Santa Claus steht ratlos vor einem Stapel von Geschenken, da er nichts mehr mitzubringen hat.
Eine „Gouda“-Nacht
Als der Weihnachtsmann aufbricht, versucht der Erzähler, ein Foto zu machen, aber die Autofokus-Verzögerung der Kamera ermöglicht es dem Weihnachtsmann zu entkommen. Seine Abschiedsworte, „‚Yuppie Christmas to all, and to all, gouda night!'“, ein cleveres Wortspiel mit ‚good night‘ (gute Nacht), fassen den satirischen Ton des Gedichts perfekt zusammen. Diese „lustige ‚Twas the Night Before Xmas'“-Adaption ist ein witziger und aufschlussreicher Blick auf Weihnachten in einem spezifischen kulturellen Moment und bietet eine unbeschwerte, aber zum Nachdenken anregende Sichtweise auf den Feiertagsgeist.
Diese Version von „A Visit from St. Nicholas“ aus dem Jahr 1988 dient als humorvolle Zeitkapsel und erinnert uns daran, wie sich Weihnachtstraditionen und Wünsche mit jeder Generation entwickeln. Während die erwähnten spezifischen Produkte veraltet erscheinen mögen, bleiben die zugrunde liegenden Themen Konsumismus und Materialismus auch heute noch relevant, was dieses „lustige ‚Twas the Night Before Xmas'“-Gedicht zu einem zeitlosen Stück satirischer Feiertagsfreude macht.