Das Sonett zählt zu den beständigsten und bekanntesten Formen der Lyrik. Zu lernen, wie Sonette geschrieben werden, bedeutet, ein spezifisches Regelwerk bezüglich Länge, Metrum, Reim und Struktur zu verstehen, das über Jahrhunderte verfeinert wurde. Ursprünglich in Italien entwickelt, wurde diese vierzehnzeilige Form von Dichtern in vielen Sprachen adaptiert und gemeistert und bietet eine kompakte, aber kraftvolle Struktur zur Erforschung komplexer Ideen und Emotionen, die traditionell Themen wie Verlangen, Liebe und Innenschau behandeln. Über klassische Themen der romantischen Liebe hinaus hat sich die Sonettform als bemerkenswert vielseitig erwiesen und eignet sich für Betrachtungen verschiedenster Aspekte menschlicher Erfahrung und der Welt um uns herum. So haben Dichter Sonette genutzt, um die schlichte Schönheit der Natur einzufangen, was Themen widerspiegelt, die oft in Gedichten über den Herbst oder anderen saisonalen Betrachtungen zu finden sind.
Im Kern besteht ein traditionelles Sonett aus vierzehn Zeilen. Während moderne Dichter manchmal mit dieser Regel experimentieren, bleibt das entscheidende Merkmal die Einhaltung eines spezifischen Metrums und Reimschemas. Das gebräuchlichste Metrum in englischen Sonetten ist der jambische Fünfheber. Dieser Rhythmus besteht aus zehn Silben pro Zeile, angeordnet in fünf Paaren (Jamben), wobei die erste Silbe in jedem Paar unbetont und die zweite betont ist (da-DUM da-DUM da-DUM da-DUM da-DUM). Die Beherrschung dieses rhythmischen Musters ist ein grundlegender Schritt zum Verständnis, wie Sonette geschrieben werden.
Diagramm das den jambischen Fünfheber mit betonten und unbetonten Silben in Sonetten illustriert.
Die Zeilen eines Sonetts sind auch durch ein spezifisches Reimschema verbunden. Die Identifizierung des Reimschemas beinhaltet die Zuweisung eines Buchstabens zum Endklang jeder Zeile, beginnend mit ‚A‘ für den ersten Klang, ‚B‘ für den nächsten neuen Klang und so weiter.
Visuelle Anleitung, die Reimschemata von Sonetten mit Buchstabennotation erklärt.
Zwei Haupttypen von Sonetten bestimmen unterschiedliche Reimschemata und Strukturen:
- Das Italienische (oder Petrarkische) Sonett: Diese Form ist in eine Oktav (acht Zeilen) und ein Sextett (sechs Zeilen) unterteilt. Das traditionelle Reimschema für die Oktav ist ABBAABBA. Das Sextett weist mehr Variation auf und verwendet oft CDECDE, CDCDCD oder CDCQDC. Die Wende, oder Volta, tritt typischerweise zwischen Oktav und Sextett auf und verschiebt den Fokus oder das Argument des Gedichts.
- Das Englische (oder Shakespearesche) Sonett: Diese Form besteht aus drei Quartetten (vierzeilige Strophen) und einem abschließenden Paarreim (zweizeilige Strophe). Das Reimschema ist ABAB CDCD EFEF GG. Die Wende tritt am häufigsten vor dem abschließenden Paarreim auf und liefert einen abschließenden Gedanken, eine Auflösung oder eine Wendung.
Das Verständnis dieser strukturellen Unterteilungen und wo die Volta typischerweise liegt, ist entscheidend für effektives Sonettschreiben. Die Wende ist der Punkt, an dem sich der Gedanke des Gedichts oft dreht – eine Frage wird beantwortet, ein Problem gelöst oder eine neue Perspektive eingeführt.
Sonette zu schreiben erfordert sorgfältige Aufmerksamkeit sowohl für Inhalt als auch für Form. Während die traditionellen Regeln einen strengen Rahmen bieten, stellen sie auch eine kreative Herausforderung dar. Die Einschränkung der Form kann Dichter dazu anregen, innovative Wege zu finden, ihre Ideen auszudrücken. Ob man große Themen erkundet oder den einfachen Trost, der in Gedichten über das Quilten gefunden wird, die Struktur des Sonetts hilft, die emotionale und intellektuelle Reise des Gedichts zu fassen und zu gestalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wie Sonette geschrieben werden durch ihre vierzehnzeilige Länge, die Einhaltung des jambischen Fünfhebers und spezifische Reimschemata definiert ist, die das Gedicht in verschiedene Teile strukturieren, oft gekennzeichnet durch eine thematische oder argumentative Wende. Die Beherrschung dieser Elemente ermöglicht es Dichtern, an einer reichen literarischen Tradition teilzuhaben und gleichzeitig eine breite Palette von Themen zu erkunden, von historischen Ereignissen bis hin zu persönlichen Reflexionen, ähnlich den vielfältigen Tönen, die in festlichen Gedichten oder einfachen Weihnachtsgedichten während der Feiertage zu finden sind.
Referenzen
Olson, Rebecca. „What is a Sonnet?“ Oregon State Guide to English Literary Terms, 24 Apr. 2019, Oregon State University, https://liberalarts.oregonstate.edu/wlf/what-sonnet. Accessed [Datum einfügen].